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Fraunhofer Institut Stuttgart 2016

reflect, Materialprobe für das Fraunhofer Institut für Bionik, Stuttgart

Innenansicht reflect, Entwurf für das Fraunhofer Institut für Bionik, Stuttgart

Aussenansicht reflect, Entwurf für das Fraunhofer Institut für Bionik, Stuttgart

reflect, Materialprobe für das Fraunhofer Institut für Bionik, Stuttgart

reflect, Entwurf für das Fraunhofer Institut für Bionik, Stuttgart
reflect
Neubau Technikum für Bionik und Robotik
des Fraunhofer–Instituts Stuttgart (2. Platz)
Refief aus ca. 2700 polierten Edelstahl-Halbschalen auf einem farbig strukturiertem Verlauf
Acrylfarbe, Pigmenttuschen, PU-Aqualack
ca. 49 qm Wandfläche
Geplant war ein installativer Eingriff in Gestalt eines expansiven Reliefs auf der rechten Eckwand des Foyers im Neubau des Fraunhofer–Instituts.
Die Installation sollte aus zwei Ebenen bestehen:
Ebene 1: Ein strukturierter Farbverlauf, der in der Ecke dunkel beginnt und sich im rechten Winkel zu beiden Schenkeln hin ins Helle aufzulösen scheint. Hierdurch wird eine Farbperspektive erzeugt, welche die räumliche Begrenzung der Raumecke ins perspektivisch Unendliche verlängert.
Ebene 2; Darauf werden die auf Hochglanz polierten Edelstahlhalbkugeln von der Raumecke wegzweigend immer größer werdend montiert. Sie bilden ein Relief einer Oberfläche, deren einzelne Bestandteile sich zwischen chaotischer und geordneter Positionierung zu bewegen scheinen.
Zwischen den spiegelnden Halbkugeln, die den Betrachter, den Um- und Aussenraum und sich selbst endlos reflektieren, verweist die malerische Netzstruktur auf ein Dickicht, welches bei gedanklicher Durchdringung auf ein nicht sehbahres Dahinter verweist.
Bei der Beschäftigung mit dem „Neubau“ und seiner Funktion haben wir uns für einen installativen Einriff in der nutzungsfreien rechten Raumecke entschieden. Gleichzeitig ist hier auch die einzige, nach aussenwirkende größere Wandfläche verortet. Beim Betreten bzw. Verlassen des Gebäudes, lenkt die Installation den Blick des Vorbeiziehenden auf das Gebäude selbst, widerspiegelt das Individuum tausendfach in selbigem. Der oberflächlich technische Glanz geht über in eine vergrößerte, natürlich wirkende Struktur. Es entsteht ein Vexierbild zwischen Natur und Technik, Microkosmos und Makrokosmos.
Wir haben die Kugel, bzw. die Halbkugel als Modul für die Installation gewählt, weil sie die Urform der Natur symbolisiert.
Die Kugel ist geometrisch die Idealform! Das gilt für den Mikro- als auch im Makrokosmos. Im Idealfall sind Atome und Sterne Kugeln oder kommen ihrer Form zumindest sehr nahe.
Nach dem Äquivalenzprinzip versucht die Natur stets, ein Gleichgewicht zu erreichen, einen Ausgleich, eine Ausgewogenheit, einen Zustand mit dem geringsten oder minimalen Energieaufwand. Sie strebt nach Entspannung, wenn man so will.Dieser Zustand manifestiert sich am häufigsten in einem scheinbar ungeordneten Chaos.
Die organische, nicht symetrische Anordnung der Halbkugeln im Relief, verbildlicht dieses natürliche Grundprinzip. Gleichzeitig repräsentiert sie das Individuelle, nicht technisch Reproduzierbare.
In ihrer Anordnung erinnern die Halbkugeln so zum Beispiel an abperlende Wassertropfen auf einem Lotusblatt, eine vergrößerte Reptilienhaut oder auch an endlose Molekülketten – sich und den umgebenden Raum endlos widerspiegelnd.
Einzeln hingegen betrachtet, entpuppen sich die Halbkugeln als hochtechnische Artefakte, die bei genauerem Betrachten ihren individuellen manuellen Fertigungsprozess erahnen lassen (jede Kugel ist von Hand poliert und individuell positioniert). Auch die hintergründige, feine Malerei scheint organische Netzstrukturen in manuelle bzw. technische Fertigungsprozesse zu transformieren.
Zeit als wesentlicher Faktor aller Entwicklungs- und Evolutionssprozesse – in der Natur wie auch in der Technik – wird so ebenfalls bildlich erfahrbar.
Überdies spielen die ca. 2700 Spiegel mit den Grenzen der Wahrnehmung – der Unendlichkeit. Etwas optisch Überwältigendes mit einfachen Mitteln zu erzeugen, interessiert uns.
Die Arbeit repräsentiert in ihrer scheinbaren Spiegelsymmetrie symbolisch die zwei Wissenschaftszweige BIONIK und ROBOTIK, und ihr Standort verbindet beide Forschungsfelder mittig im gemeinsamen Bindeglied, dem Treppenhaus.
Heike Weber und Walter Eul, 2016